Beratungsansatz

Theorie
Alle wirtschaftlichen Prozesse beruhen auf dem Zusammenspiel von drei Kräften: Arbeit, Markt und Kapital. Darunter verstehen wir in diesem Zusammenhang vor allem die jeweils handelnden Personen.

Dieses Zusammenspiel kommt bereits in dem kleinsten denkbaren wirtschaftlichen Prozess - dem Privatgeschäft - zum Tragen: A hat oder kann etwas, das B benötigt. Es kommt zum Tausch, wenn beide von diesem Tausch hinreichend profitieren und B etwas hat oder kann, das A benötigt.

Ein direkter Tausch ist nur selten der Fall, meist ist ein größerer Tauschkreis notwendig, bei dem alle profitieren müssen. B muss mit C und D tauschen, um ein Tauschgut für A zu erhalten.

Um diesen Prozess zu erleichtern, haben sich Menschen zu allen Zeiten auf allgemein akzeptierte Zahlungsmittel verständigt. Dass dadurch Transaktionen erheblich erleichtert und komplexere wirtschaftliche Abläufe überhaupt erst möglich werden, ist unschwer nachvollziehbar.

Darüber hinaus hat ein Zahlungsmittel eine zweite wichtige Funktion: Es fungiert als Wertspeicher. Es versetzt beispielsweise einen Bauern in die Lage das im Herbst geerntete Korn sofort zu verkaufen obwohl er erst im Frühjahr Saatgut benötigt. Er kann das Zahlungsmittel so lange „auf die hohe Kante legen“, wodurch es zu Kapital wird. Müsste er das Korn ein halbes Jahr lagern, würde es vermutlich verderben.

Die beiden Funktionen von Zahlungsmitteln widersprechen einander: So nahe es für den Einzelnen liegt Geld zu lagern, bis er es benötigt, so gefährlich ist das gesamtwirtschaftlich, denn gelagertes Zahlungsmittel steht als Tauschmittel nicht zur Verfügung, wodurch die Zahl der möglichen Transaktionen verringert wird.

Inhaber von im Moment nicht benötigten Zahlungsmitteln müssen folglich animiert werden, dieses wieder in Umlauf zu bringen, indem sie es verleihen oder in wirtschaftliche Prozesse investieren, wodurch sie zur dritten Kraft werden.

Um das sicherzustellen, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  • Die Speicherfunktion ist durch drohende Entwertung begrenzt (Verderblichkeit, Inflation...).
  • Das Verleihen lohnt sich (Verzinsung, Rendite…)

Dem heutigen Geldsystem gelingt es zumindest in gesunden Wirtschaftsräumen durch das Spiel zwischen Inflation und Zinssatz relativ gut einen Mittelweg zwischen den beiden Funktionen zu finden.

Wir alle können heute unsere Leistungen zeitnah und nutzbringend verkaufen und mit dem dafür erhaltenen Geld dann Waren und Dienstleistungen kaufen. Wir können unsere Leistung dann erbringen, wenn es für uns am besten ist und dann kaufen, wenn es für uns am günstigsten ist. Wir benötigen keine großen Vorratsräume und vergraben keine Schatztruhen, sondern bringen unser Geld auf die Bank und erwarten einen möglichst hohen Zinssatz.

Zusammengefasst:

1. Es existieren drei Kräfte:

  • Arbeit: die Erbringung von körperlichen und geistigen Leistungen in Form von Dienstleistungen oder Herstellung von Produkten
  • Markt: Abnahme und Verbrauch von Leistungen in Form von Dienstleistungen oder Herstellung von Produkten
  • Kapital: Gespeicherte Werte, die gegen Zinsen für den Wirtschaftsprozess aktiviert werden können
    2. Jede der drei Kräfte strebt nach individueller Maximierung:

    • Arbeit: möglichst hohen Gegenwert für die erbrachte Leistung erzielen
    • Markt: Leistungen möglichst preiswert erhalten
    • Kapital: höchst mögliche Verzinsung erzielen.

    3. Jede Kraft benötigt die beiden anderen Kräfte:

    • Arbeit: Der Hersteller benötigt Kunden und Geld als Zahlungsmittel, zum Erwerb von Betriebsmitteln und Vorprodukten und zur Wertspeicherung.
    • Markt: Der Abnehmer benötigt einen Hersteller und Geld als Zahlungsmittel.
    • Kapital: Verzinsung erfordert Wertschöpfung, die nur durch Arbeit und Handel entstehen kann.

    4. Alle drei Kräfte sind Menschen und fast jeder Mensch ist auch Vertreter aller drei Kräfte in verschiedenen Konstellationen - als Arbeiter, als Kunde und als Anleger. Motivation und Handlungslogik der drei Kräfte sind daher unschwer nachvollziehbar.

    Nachhaltig erfolgreiche wirtschaftliche Prozesse sind demnach nur möglich, wenn alle drei Kräfte hinreichend davon profitieren. Das gilt von der kleinsten denkbaren Einheit über Unternehmungen und Volkswirtschaften jeder Größe bis hin zu unserer globalen Wirtschaft.

    Der Misserfolg eines Prozesses schadet allen drei Kräften gleichermaßen. Dieses wird nirgends deutlicher als im Falle einer Unternehmensinsolvenz, in Form von Verlust von Arbeitsplätzen und Know-how, massiver Kapitalvernichtung und Lieferausfällen, die bei Kunden insbesondere im B2B-Bereich einen erheblichen Schaden anrichten können.

    Es ist die zentrale Herausforderung für Unternehmungen, die drei Kräfte zu gewinnen und dauerhaft zu binden, und es ist im originären Interesse der die Kräfte vertretenden Akteure, dass das Kräftedreieck in Balance bleibt.

    In einer Kultur des Gegeneinanders der Kräfte, in der diese ausschließlich die individuelle kurzfristige Nutzenmaximierung anstreben oder die Kräfte gegeneinander ausgespielt werden, ist jede Unternehmung zum Scheitern verurteilt und selbst die individuelle Nutzenmaximierung nicht nachhaltig möglich.

    In einer Kultur, in der die Akteure das gesamte Kräftedreieck fördern und eine offene Kommunikation und partnerschaftliche Zusammenarbeit der Vertreter der Kräfte existiert, ist nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg für alle an der Unternehmung Beteiligten garantiert.

    Praxis

    Mit der festen Überzeugung, dass dieses gerade am Standort Deutschland möglich ist, wurde ComPart Consulting 1995 gegründet und konnte seit dem die Richtigkeit dieser Theorie in vielen Fällen unter Beweis stellen.

    Darunter waren Unternehmungen in jeder Phase des Lebenszyklus: Von Gründungen über Wachstumsphasen, Restrukturierung bis hin zu Sanierungen und Insolvenzen; mit mehr oder weniger guten Unternehmenskulturen; mit hohem Veränderungsdruck, vor allem im Zusammenhang mit Käufen und Verkäufen von Unternehmen; mit mehr oder weniger starken Akteuren.

    Der zuvor dargestellte Ansatz hat sich für jede dieser Ausgangssituationen als nutzbringend erwiesen, da immer erhebliche zusätzliche Potenziale erschlossen werden konnten.

    Das Vorgehen in den verschiedenen Projekten lässt sich wie folgt zusammenfassen und verallgemeinern:

    1.       Analyse

    1. Begleitend zu der allgemeinen Prüfung der wirtschaftlichen Situation erfolgt insbesondere die Identifizierung des vorhandenen Kräftedreiecks und der die Kräfte vertretenden Akteure..
    2. Gemeinsam mit diesen Akteuren wird ausgelotet, ob die vorhandenen Kräfte das notwendige Potenzial haben, um die Unternehmung zu entwickeln und wie stark dieses Potenzial bereits entfaltet ist bzw. unter welchen Bedingungen dieses Potenzial voll entfaltet werden kann.
    3. In vielen Fällen wird es notwendig sein, bereits in dieser Phase andere bzw. zusätzliche Kräfte zu erschließen, wie beispielsweise neue Finanzierungsquellen.

    2.       Ausbalancierung des Kräftedreiecks

    1. Entwickeln eines Verständnisses der Werte, Handlungszwänge, Ziele und Potenziale der jeweils anderen Kräfte.
    2. Etablierung einer Kommunikationsplattform, um das Zusammenwirken der Kräfte im Dreieck zu steuern. Die Kommunikation und Partnerschaft zwischen den Akteuren muss etabliert werden, bevor Maßnahmen ergriffen werden.
    3. Finden eines gemeinsamen Win-Win-Win-Weges. Ziel ist nicht einen Kompromissweg zwischen den bestehenden Konzepten zu verhandeln, sondern Quantensprünge in die Zukunft zu realisieren. Gemeinsame Entwicklung von Mission, Vision und Strategie. (1+1+1 = > 3, 9, 81…)

    3.       Umsetzung

    1. Erschließung der Potenziale der einzelnen Kräfte. Dabei wird jede Kraft zunächst bei sich selbst ansetzen, denn nur hier besteht Handlungsfähigkeit. Die so freigesetzten Potenziale entfalten ihre volle Wirkung, solange das Kräftedreieck sich in Balance befindet.
    2. Konzeption und Umsetzung gemeinsamer Projekte, die das Potenzial aller an der Unternehmung beteiligten Kräfte nutzen.
    3. Die Unternehmung wird eine nachhaltige zukunftsfähige Kultur entwickeln, deren Werte und Handeln ihr Umfeld positiv beeinflussen (Stakeholder, Branche, Region …).

    Nur wenn das Kräftedreieck in Balance ist, werden Leistungen, die eine der Kräfte einbringt, auch die Unternehmung nachhaltig stärken und dazu führen, dass die anderen Kräfte im gleichen Maße Leistungen einbringen. Anderenfalls können diese Potenziale nicht freigesetzt werden und alle Maßnahmen verkehren sich ins Gegenteil. Hierin liegt die Kernursache für das Scheitern der meisten Projekte. 

    Die vorgenannten Phasen sind nach unserer Erfahrung erfolgskritisch und müssen nacheinander durchgeführt werden. Werden einzelne Phasen nicht oder nicht ausreichend durchgeführt, wird keine Maßnahme zu dem gewünschten Ergebnis führen: Investitionen bringen nicht das erwartete Ergebnis, Lohnverzicht führt nicht zur Rettung des Unternehmens, Qualität verbessert sich trotz Reklamation nicht.

    Durch konsequente Umsetzung dieses Ansatzes werden alle Kräfte ihr volles Potenzial für die Unternehmung entfalten und daraus resultierend auch den maximalen Nutzen aus der Unternehmung ziehen:


    1. Arbeit: Aus Effizienzsteigerung und Reduktion versunkener Kosten resultiert die Zukunftsfähigkeit von Arbeitsplätzen und Einkommen
    2. Markt: Aus stabilen Kundenparterschaften resultiert preiswerte Topqualität.
    3. Kapital: Aus Investitionen in Wachstum und  Zukunftsfähigkeit resultieren überdurchschnittliche Renditen

    In der Realität werden Vertreter der Kraft mit dem größten Handlungsdruck die Initiative ergreifen und in Vorleistung gehen. (Phase 3,1) Ein solches Vorgehen ist grundsätzlich lobenswert, denn die Verbesserung einer Situation kann nur durch aktives Handeln erfolgen. Allerdings birgt ein solches Vorgehen auch erhebliche Risiken, insbesondere die Verpuffung der Energie und die steigende Frustration, wenn trotz erfolgreicher Maßnahme keine nachhaltige Verbesserung der Gesamtsituation eintritt.  

    Solche Initiativprojekte können dann erfolgreich sein, wenn sie bereits in der Analyse und Konzeption das relevante Kräftedreieck virtuell miteinbeziehen und projektbegleitend die offene Kommunikation mit den Repräsentanten der anderen Kräfte suchen und beginnen, eine partnerschaftliche Zusammenarbeit aufzubauen.

    ComPart Consulting unterstützt daher:

    • Arbeitnehmervertreter (Beratung, Wirtschaftssachverstand, Qualifizierung, ...)
    • Investoren (Anbahnung, Umsetzung,…)
    • Kunden/Lieferanten (Integrationen, Kundenpartnerschaften, Verbesserung der Zusammenarbeit,...)
    • Management (Strategie, Methodik, Kommunikation, HR-Themen - Nutzung von Tarifverträgen, Entlohnungsmodelle,...)


    ComPart Consulting verfügt über ein erstrangiges Expertennetzwerk aus:

    • Aktiven und ehemaligen Managern und Betriebsräten
    • Experten aus Politik, Behörden, Gewerkschaften und Verbänden
    • Wissenschaftlern, Fachberatern und Juristen
    • Kooperationspartnern



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